Juedisches Bauen in Nachkriegsdeutschland

Der Architekt Hermann Zvi Guttmann

By Alexandra Klei

[Text is in German] Als einer von wenigen juedischen Architekten gestaltete Hermann Zvi Guttmann, geboren 1917 in Bielitz (heute Bielsko-Bia?a, Polen), die Etablierung juedischen Lebens in Nachkriegsdeutschland entscheidend mit. Nach Studium in Muenchen lebte er ab Anfang der 1950er Jahre in Frankfurt. Sein Werk umfasst Synagogen, Gemeindezentren, Altenheime, Jugendraeume, Mikwaot, Denkmale sowie Wohn- und Geschaeftshaeuser. Es verweist auf die Vielfaeltigkeit der Bauaufgaben, denen die neu gegruendeten Gemeinden in den ersten Jahrzehnten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gegenueberstanden. Synagogen und Gemeindezentren aus dieser Zeit sind meist klein, unscheinbar und ausserhalb der Stadtzentren zu finden. Sie zeugen somit nicht nur von den Anfaengen juedischer Gemeinden in Westdeutschland nach der Shoah, sondern auch von den Moeglichkeiten und den begrenzten Raeumen, die die bundesrepublikanische Nachkriegsgesellschaft ihnen zugestand. "Juedisches Bauen in Nachkriegsdeutschland" untersucht zugleich die realisierten Bauten und die nicht zur Ausfuehrung gekommenen Projekte Guttmanns. Ihre Entstehungsbedingungen werden vor dem Hintergrund des Wiederaufbaus deutscher Staedte analysiert, der von Architekten gepraegt wurde, die bereits im Nationalsozialismus erfolgreich taetig waren. Die Studie ist damit zugleich ein Beitrag zur Erforschung der juedischen Nachkriegsgeschichte und zur Auseinandersetzung mit ,juedischem Bauen'. Ein solches Bauen beinhaltet nicht nur das konkrete Gebaeude mit seinem spezifischen Erscheinungsbild, sondern auch jene Anforderungen an ein Raumprogramm, die Bedeutungszuschreibungen der Umgebung und nicht zuletzt die Voraussetzungen, auf die ein juedischer Architekt traf, der in Deutschland taetig sein wollte.


Publication Date: 1/23/2017
Format: Paper
ISBN: 9783958081161