Lernen, mit den Gespenstern zu leben

Das Gespenstische als Figur, Metapher und Wahrnehmungsdispositiv

Edited by: Lorenz Aggermann, Ralph Fischer, Eva Holling, Philipp Schulte

[Text is in German] Ein Gespenst geht um - etwas kehrt wieder, tritt in Erscheinung, obgleich es bereits fuer tot erklaert wurde, sucht Koerper, Orte und Objekte heim, obwohl ihm kein Platz in der Gegenwart der Lebenden eingeraeumt wird. Neuzeit und Moderne widmeten sich der Bekaempfung des Geisterglaubens und erzeugten doch zugleich ganze Heerscharen von Gespenstern - so sorgte gerade das gespensterskeptische Zeitalter der Aufklaerung fuer eine diskursive Verstaerkung des Gespensterglaubens, und die Massenmedien erweisen sich als Brutstaetten medialer Phantasmagorien. Auch im beginnenden 21. Jahrhundert sind die Geister noch wach: Sie bevoelkern in vielfaeltigen Figurationen weite Teile der Populaerkultur, sie treten als (Denk-)Figuren in theoretischen und kuenstlerischen Diskursen auf und fungieren als Chiffren des soziopolitisch Imaginaeren. "Lernen, mit den Gespenstern zu leben"; der vorliegende Konzeptband geht aus der gleichnamigen Tagung hervor, die im Herbst 2013 im Frankfurter Mousonturm stattfand. Tagung und Buch stellen sich den Herausforderungen von Jacques Derridas Hantologie, der Lehre der Heimsuchung, die den interdisziplinaeren Diskurs immer wieder mit der zentralen Frage konfrontiert: Was bedeutet es, mit den Gespenstern zu leben? In der Folge werden politische, ethische und aesthetische Potentiale, die dieser ,umgangslose Umgang' mit Gespenstern birgt, untersucht. Die Darstellungs- und Wahrnehmungsmodalitaeten des Gespenstigen kommen dabei auf vielen Ebenen zur Sprache, ebenso wie seine Funktion und Bedeutung fuer verschiedene Kunstformen. Das Gespenstige als Denk- und Erfahrungsmodell zur Auseinandersetzung mit offenen Fragen zu Politik und Historie, Koerperlichkeit und Medialitaet, sowie als Darstellungsdispositiv in Theater, Film, Medien, Literatur und Bildender Kunst ist daher Untersuchungsgegenstand der Beitraege des Buches. Der Band ordnet sie fuenf Themenkreisen der Heimsuchung zu, die jeweils mit einer eigenen Einleitung versehen sind: Theorie, Raum, Theater, Medien und Geschichte. Mit Beitraegen von Stefan Apostolou-Hoelscher, Sladja Blazan, Hans-Friedrich Bormann, Micha Braun, Mateusz Chaberski, Matthias Dreyer, Leonhard Fuest, Peter Herr, Carola Hilbrand, Vera Kaulbarsch, Eva Krivanec, Petra Loeffler, Michael Ostheimer, Karin Peters, Alice Rayner, Katharina Rein, Sebastian Schulz, Christian Sternad, Erika Thomalla und Bjoern Wittmayer.


Publication Date: 4/16/2015
Format: Paper
ISBN: 9783943414479


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